16.09.2005. DIE FAHRT NACH OFFENBACH

CK hatte sich an diesem Freitag frei genommen um zu den Löwen nach Offenbach zu fahren. Leider musste er alleine dahin aufbrechen, da Leona arbeiten musste und Harry und Sebastian beide aus persönlichen Gründen abgesagt hatten. So brach der Luxemburger gegen 13 Uhr in Luxemburg-Stadt mit dem Bus nach Saarbrücken auf, von wo aus es per ICE nach Frankfurt weiterging. CK verbrachte die Reisezeit gemütlich im BordBistro wo er sich ein Rührei mit Speck, Salat und Brötchen genehmigte. Dazu gab es ein paar wohltuende Pils in den Magen. So lässt es sich als Fußballfan wahrlich leben ...

Olli Landefeld aus dem Sauerland sagte CK leider ebenfalls per Handy ab. Er hatte sich erkältet und zog es vor, bei seiner Freundin zu bleiben und dort zu genesen. In Frankfurt angekommen, traf der Luxemburger auf Max aus Köln, mit dem er zusammen in der S-Bahn zur Haltestelle Offenbach-Ost fuhr. Zu Fuß ging es nun zum Stadion.

Am Ort des Geschehens angekommen, wurde erstmal Ulrich1860 angerufen. Jener hatte noch eine Karte fürs Spiel zuviel, war aber bereits im Innenbereich des Stadions. Nachdem er CK das Ticket durch den Zaun hindurchgereicht hatte, betrat dieser das Stadion. Am Eingang gab es wie immer eine Rucksackkontrolle. Der Ordner entdeckte dabei zuerst einen Stapel "Sechzger Manifeste". Jene müsste CK anscheinend abgeben, da sie im Stadion angezündet werden könnten. Auch die Bücher der INWO wurden beschlagnahmt, da diese ebenfalls zum Feuer machen benutzt werden könnten. Klar, Bücher sind ja auch nicht zum Lesen da, sondern um verbrannt zu werden. Dem Luxemburger war das alles schlichtweg zu doof und er schlug dem Ordner vor, die Blätter und Bücher einfach wieder in den Rucksack zu tun und denselben halt einfach in Obhut zu nehmen. Was für bescheuerte Vorschriften !

Im Stadion waren viele bekannte Gesichter anzutreffen. Ulrich1860, verdandi und Dr.Löwenkralle von foros.de, Paule, Andi Böhm, der Oberlöwe, Christian und Franz aus Ingolstadt, Leschi (der mittlerweile in Belgien lebt), OBu, Laimerloewe... Martin und Carlos aus Basel waren ebenfalls anwesend. Der Spanier schimpfte wieder mal über die zweite Liga. Während CK und Franz der Meinung waren, dass diese Liga eigentlich von den Teams, Stadien und der sportlichen Ausgeglichenheit viel interessanter sei als die Erste und nur die Spieltermine stark zu wünschen übrig liessen, meinte Carlos, dass die Löwen heuer unbedingt aufsteigen müssten, denn Liga zwei sei wie "Ficken mit Gummi" ;-) Zudem regte er sich über Thorben Hoffmann auf, dass der nie hätte wiedergeholt werden dürfen, da er doch so schlecht sei usw. Martin spendierte derweil brav Bier, sehr schön ! Danke dafür ! (auch wenn es in Offenbach leider nur Lightbier gab ...)

Zum Spiel: 1860 zeigte sich von Beginn an spielbestimmend, während es Offenbach vornehmlich mit Kontern versuchte. In der 18. Minute war es der zuletzt vielgescholtene Torben Hoffmann, der mit einem feinen Pass in den Rücken der Abwehr die OFC-Defensive aushebelte. Michal Kolomaznik war steil gegangen, legte diagonal in die Mitte, wo der heranstürmende Patrick Milchraum nur noch zum 1:0 einschieben musste. Kaum war der Jubel der Löwen-Anhänger verhallt, stand es bereits 2:0. Daniel Baier zirkelte einen Freistoss aus halbrechter Position mit viel Effet Richtung Elfmeter-Punkt, Hoffmann war mit dem Kopf zur Stelle, setzte das Leder unhaltbar für Sead Ramovic ins rechte obere Eck des Kicker-Tores (22.). Anschließend küsste der Verteidiger vor lauter Freude das Löwen-Wappen auf seiner Trikotbrust. Es war bereits das zweite Feldtor Hoffmanns seit seiner Rückkehr, nachdem er zuvor in dreieinhalb Jahren bei den Löwen nur einen Elfmeter versenkt hatte! In der Folge wurde das Spiel offener, weil Offenbach nach dem Rückstand die Offensive verstärken musste. Das nutzten die Löwen geschickt. Nach einer Traumkombination zwischen Milchraum und Nemanja Vucicevic scheiterte Paul Agostino mit einem Drehschuss aus acht Metern nur knapp (33.), ehe kurz vor der Halbzeit durch ein Traumtor das 3:0 gelang. Aus der Bedrängnis heraus öffnete Baier mit einem weiten Pass auf Vucicevic den Raum, der lief alleine aufs Tor und netzte mit einem raffinierten, technisch perfekten Außenrist-Schlenzer den Ball ein.

Offenbach gab sich aber nicht auf und versuchte in der zweiten Hälfte nochmal alles. In der 55. Minute war es der agile Dorn, der auf 1:3 verkürzte. Die Löwen anschließend unter Dauerdruck. Angepeitscht von den Fans wurde der OFC immer offensiver. Wahnsinn, wie die Kickers-Anhänger immer wieder ihr Team nach vorne schrien, ungeachtet des Rückstandes. Der Bieberer Berg ist schlichtweg KULT, eines der letzten Fanbiotope Deutschlands und jedem Tradition liebenden Fan nur weiter zu empfehlen. Aber auch die Löwenanhänger lieferten einen recht guten Support ab. Sogar Kraiburger gab in der zweiten Hälfte nun richtig Vollgas, kletterte auf einen Wellenbrecher und animierte die Fans, woraufhin er allerdings von einem Ordner aufgefordert wurde, da wieder runterzukommen. Lächerlich ! Das Hochgehen einer schönen Rauchbombe in CK's unmittelbarer Nähe konnten sie jedoch nicht verhindern.

Der OFC drehte nun auf. Nur selten konnten sich die Münchner jetzt noch befreien. Bis zur 69ten Minute. Szukala legte auf Kolomaznik vor, der im Stile eines Klasse-Torjägers losstürmte, einen Verteidiger aussteigen ließ und cool zum 4:1 verwandelte. Doch noch war das Spiel nicht aus. In der Endphase mussten die Sechziger nochmals zittern. Erst verwandelte Thorsten Judt einen Freistoss aus unmöglichem Winkel zum 2:4 (86.), nachdem Ochs auf der Linie ausgerutscht war und der Ball vom Innenpfosten ins Tor sprang. Eine Minute später setzte Wandeir den Ball aus einem Strafraumgetümmel heraus nur knapp am Tor vorbei, sonst hätte es nochmals eng werden können. Mit dem Schlusspfiff war es der eingewechselte Harald Cerny, der zum erlösenden 5:2 traf. Nach einem Traumpass von Baier lupfte der Österreicher freistehend den Ball über den OFC-Keeper ins Tor. Eine durchgehend mitreissende Partie war viel zu schnell vorbei, doch immerhin gingen die drei Punkte nach München.

Nach Abpfiff blieben die Ingolstädter und CK noch eine Zeitlang im Block und feierten ihren Verein mit Gesängen. Auswärts ist halt doch irgendwie die Welt noch in Ordnung, zumindest kann Löwenfan für einen Abend die leidige Stadiongeschichte und den grotesken Imagewandel des TSV vergessen. Im Anschluss begaben sich Kralle und CK zum S-Bahnhof zurück. Dort trafen sie noch auf Offenbacher Anhänger, die auch in der Bahn noch gesangstechnisch ihren Verein zelebrierten. Sehr geiler Verein, dieser OFC, keine Frage. Ein Fan behauptete, dass die Stimmung an diesem Tag zwar sehr gut gewesen sei, aber noch lange nicht mit der Stimmung bei anderen Spielen in der rezenten Vergangenheit vergleichbar gewesen sei. Klar, bei nem Sieg hätte der Berg viel mehr gebebt, logisch. Wäre sicher mal nett, so ne Party dort mitzuerleben. Einen Ground wie den Bieberer Berg zu besuchen macht jedenfalls mehr Spass als eine hypermoderne Arena wie die auf Schalke aufzusuchen. Unnötig war jedoch der blöde Spruch eines OFC-Fans mittleren Alters, der in bezug auf Frankfurt von den "scheiss Israelis" und "dem Judenklub" sprach. So ne gequirlte Kacke muss nun wirklich nicht sein. Derart bescheuerte Sprüche, die einen Antisemitismusverdacht mehr als nahe legen, haben beim Fussball oder sonstwo einfach nix zu suchen. Nun gut, Idioten gibt es überall. Die Offenbacher waren, abgesehen davon, jedenfalls sehr authentisch und super drauf.

In Frankfurt trafen Kralle und CK am Bahnhof noch auf Christian aus Velbert, den der Luxemburger natürlich noch ein wenig aufziehen musste wegen der "Rechtsdiskussion" im Löwenforum. Nach einem kurzen Gespräch mussten unsere beiden Protagonisten jedoch mit dem ICE nach Mannheim zurückfahren. Im Zug gab Kralle noch ein Bier aus und es wurde viel über die fragliche Zukunft des TSV gelabert. So verging die Zeit wie im Fluge. In Mannheim trennten sich die beiden Löwen schliesslich. Kralle brach Richtung Heidelberg auf und CK fuhr mit der S-Bahn nach Kaiserslautern.

Gegen halb zwei war der Luxemburger bei Leona. Zu zweit ging es ins Hard Rock Café, wo Jürgen und Harry anzutreffen waren. Es wurde noch viel zusammen gelacht, bevor es gegen fünf Uhr morgens endlich ins Bett ging.

Fazit der Offenbachfahrt: viele Leute wiedergetroffen, Spass gehabt, ein echtes Kultstadion abgehoppt, ein paar Bierchen getrunken, Party gemacht, aber auch nachdenkliche Gespräche mit Kralle geführt. Wie es mit dem Luxemburger und 1860 weitergehen wird, vermag der Autor dieses Berichtes leider nicht zu sagen, aber ein kleines Flämmchen der Leidenschaft brennt vorerst in CK weiter und wartet bloss darauf, wieder richtig angefacht zu werden, das hat gerade das Spiel am "Berch" gezeigt. Leider bedarf es zu einem frisch auflodernden heissen Dauerfeuer wichtige richtungsweisende vereinspolitische Entscheidungen. Diese sind derzeit aber wohl leider so weit enfernt wie die Erde vom Mars ... Ein kurzes Aufflackern der Flamme an manchen Tagen sollte jedoch noch garantiert sein.
In dem Sinne bis zur nächsten Auswärtsfahrt ! gez. euer CK.

27.-28.01.2007. DIE FAHRT NACH OFFENBACH

Um 14:24 Uhr fuhr CK mit dem Zug über Koblenz und Frankfurt nach Offenbach. Die Fahrt verlief sehr ruhig, der Luxemburger las gemütlich in einem neuen Buch. Erst ab Frankfurt wurde es eng, da der RE nach Fulda voll mit Fussballfans der Frankfurter Eintracht und des FC Schalke 04 war. Jene hatten am Samstag nachmittag in der Commerzbankarena gegeneinander gekickt (Endstand: 1-3 für die Königsblauen.) CK kam sich wie in einer Sardinenbüchse vor und er war froh als kurz vor sieben Uhr endlich Offenbach erreicht war und er aussteigen konnte.

Am Bahnsteig wartete bereits eine glückliche Verdandi auf ihn. Mit ihr zusammen ging es ins Chamäleon, einer kleinen Kneipe in Bahnhofsgegend. Dort lernte CK ein paar nette Offenbacher kennen, darunter den Wirt Volker, OFC-Andi und KönigsOlaf. Sehr nette Jungs. Zudem gab es Bier und Bacardi Cola. Ein 1860fan befand sich auch in dieser Kneipe. Mit ihm kamen Verdandi und CK ins Gespräch. Und siehe da, es handelte sich doch tatsächlich um einen gewissen Huber, seines Zeichen Kassenrevisor bei der FDS. Viele spannende und interessante Plaudereien fanden an diesem Abend statt. Auch Michel Platinis Wahl zum neuen UEFA-Präsidenten am Vortag war ein Thema. Eine Wahl, die besonders kleine Länder sicher sehr freut, will der Franzose doch einen grösseren sozialen Ausgleich zwischen den Mitgliedsländern schaffen und der totalen Kommerzialisierung, die immer groteskere Ausmaße annimmt, Einhalt gebieten. Auch James Bond, getötete US-Präsidenten, die Break-Even-Analyse und die russische Oktoberrevolution waren u.a. noch Thema an diesem Abend. Da soll noch jemand sagen, Fussballfans seien dumm und würden die ganze Zeit nur über den runden Ball reden. ;-) Verdandi und CK teilten sich irgendwann auch noch eine Pizza und so verging die Zeit wie im Fluge.

Gegen halb vier begaben sich Andi, CK und Verdandi in die Wohnung der Wahl-Offenbacherin. Dort wurde noch ein wenig gequatscht und erzählt. Irgendwann verschwand Andi und landete betrunken in Verdandis Bett, jene folgte ihm gleich nach, während CK es sich auf dem ausgeklappten Sofa im Wohnzimmer gemütlich machte. Lange dauerte sein Schlaf aber nicht, da nach zehn Uhr schon wieder Aufstehen angesagt war.

Unser Protagonist ging erstmal duschen, bevor er zusammen mit Verdandi frühstückte. Andi tauchte später auch am Tisch auf. Gegen halb zwölf begaben sich die drei Fussballfans zum Hauptbahnhof. Dort trennten sich Verdandi und CK von Andi und begaben sich zu Gleis 3, wo ein paar ihnen bekannte 1860fans ankamen: Sebastian und Bruder Mathias aus Ludwigshafen, begleitet von Wolfgang, der mit einer Sprühdose gleich den Bahnhof um den Schriftzug "1860" an einer Wand verschönerte :D. CK und Verdandi verteilten gleich mal Bierflaschen, die getrunken wurden bevor gegen Mittag endlich der Bus zum Stadion am Bahnhof auftauchte. Verdandi hatte heute ihren OFC-Schal und rein gar nichts von 1860 an, weswegen CK sie scherzhaft als "Judas (III)" nach Görlitz und Jeremies betitelte. Aber im Grunde konnte der Luxemburger sie natürlich gut verstehen. Jetzt wo sie in Offenbach wohnt, ne Dauerkarte beim OFC hat, dort ihren ganzen neuen Freundeskreis hat und vor allem bei Sechzig sovieles in den letzten Jahren kaputt ging bzw. kaputt gemacht wurde, war es nicht so aussergewöhnlich, dass sie sich "neu verliebt" hatte.

Im Bus zum Berch sang der teilweise noch sehr junge mitgereiste Löwennachwuchs bereits einige Lieder. Ein Jugendlicher im Bus outete sich als Bayernfan, woraufhin er ne Bierdusche ins Gesicht abbekam, was im ganzen Bus für reichlich Gelächter sorgte, sogar beim Opfer selbst. Die um ihn Herumsitzenden sprangen zur Seite, die hintere Busscheibe bekam auch einiges ab. "Schade um das Bier ! " meinte Sebastian lakonisch und er hatte wohl recht.

Vorm Stadion trafen unsere Protagonisten auf Martin und Carlos aus Basel. CK freute sich darüber die beiden mal wiederzusehen. Anscheinend waren sie vor einer Woche in München gewesen bei der 0-3-Pleite gegen Fürth, da hatten die Armen ja wirklich eine katastrofale Leistung des TSV gesehen. Zusammen ging es nun ins Eck, eine Kneipe in Stadionnähe, nicht mal eine Minute vom Heimeingang entfernt. Dort wurde erstmal Bier getrunken und viel zusammen geplaudert. Ein grosses Thema war natürlich das unmögliche Verhalten Otto Steiners, dem es mehr als offensichtlich nur um das Präsidentenamt beim TSV geht. Martin meinte zudem, dass endlich Sportdirektor Stefan Reuter weg müsse. Jener war CK jedoch recht egal. Verdandi stellte CK noch ein paar Forosler aus dem OFC-Board vor, allesamt sehr nette Leute ! Und so verging die Zeit vorm Spiel wie im Fluge. Irgendwann war es Zeit zum Stadion aufzubrechen. CK und Sebastian schnappten sich noch ein Bier und brachen trinkend Richtung Auswärtsblock auf. Unterwegs wurden bereits ein paar Löwenlieder angestimmt. Verdandi begab sich zu den Heimfans und ward in der Folge nicht mehr gesehen.

Recht viele bekannte Gesichter waren am Bieberer Berg vor und im Löwenblock anzutreffen: Petra alias Sechzgermadl (CK konnte es nicht lassen, ihr gleich mal zu dem tollen erotischen Löwinnenkalender zu gratulieren, in dem ja auch sie vorkommt, grins), das Löwentrio, der Föhringer, Leschi und Patrick von den Göppinger Löwen, bluelady, Roman Beer von der FDS, die Gegentri-Biene, der Steffen aus Lippstadt, der neue Fanbeauftragte Löwenbomber, OBu etc. CK und Sebastian stellten sich erstmal zu Roman Beer hin. Mitte der ersten Hälfte tauchte dort auch Cliff aus Rosenheim auf, selbiger spendierte CK kurz darauf gleich mal ein Bier. Danke dafür ! Es wurde geratscht und viel erzählt, das Spiel lief so nebenbei. Zwischendurch ging es mal zum Pinkeln und da die wenigen Dixie-Klos immer besetzt waren, wurde halt einfach den Berg runtergepisst. In so alten Stadien geht sowas ja noch, in sterilen Kommerzarenen leider nicht mehr ;-)

Zur Stimmung im 1860-Block nur soviel: eine solche war an diesem Tag quasi inexistent. Aus der Löwenkurve war nix, aber auch rein gar nix zu vernehmen. Mit Ausnahme von ein paar blöden Anti-Gesängen wie "Eure Eltern gehen zur SGE", woraufhin die OFC-Fans zurecht in bezug auf den Stadiondeal konterten mit "Ohne Bayern wärt ihr gar nicht hier !" Support gab es eigentlich keinen. Totenstille herrschte. Wie bei einem Begräbnis. CK kann sich nicht erinnern, jemals bei einem Löwenspiel gewesen zu sein (und er hat in seinem bisherigen Leben Sechzig doch schon oft gesehen) bei dem es so ruhig und langweilig war. Armselig, armseliger, 1860. Von den neuen tollen Jungultras bekam auch keiner das Maul auf (ganz grosser Sport, CN und Co. !). Mehrmals schrie CK lautstark "Sechzig" udgl., verärgert über die Stille, aber er bekam die Leute nicht zum Mitschreien animiert, so einige um ihn rum lächelten ihn nur an. Hackt's, Menno ?! Sonst geht es aber noch gut, wie ? Bezeichnend wenn totale AA-Verweigerer noch mit am lautesten sind. Wo sind denn die ganzen tollen Leute, die alles supertoll finden, was so beim Verein abgeht, wieso gehen die denn nicht ab, wenn sie schon extra kilometerweit auswärts fahren ? GRAUSIG, GRAUSIGER, 1860. Bei Haching und Ahlen lachen sie wohl schon über die Löwenkurve. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Klar, viele haben einfach genug und das Sportliche interessiert sie nur mehr sekundär, die stehen dann lieber am Bierstand rum und saufen sich zu, aber wo ist denn die grosse Majorität, die immer meint, das Wichtigste sei der rollende Ball ? Reisst doch mal im Stadion euer Maul auf statt nur dumm rumzulabern über die angeblichen Stadionfans und Grünwaldis. Mein Gott, als CK, der böse Grünwaldi, noch richtig sportlich mitfieberte (so lange ist das ja noch gar nicht mal her), da hat er sich die Lunge aus dem Leib geschrien ... Und auch jetzt liess ihn das Ganze nicht mal kalt. Was ist nur aus dem ehemaligen Kultklub geworden, dessen Fans früher bundesweit für ihre tolle Unterstützung bekannt waren ? Entgeistert und desillusioniert stellte sich CK in der zweiten Halbzeit oben zur Gegentri-Biene hin, die ihm im Laufe des Tages noch einen lustigen Fansong beibrachte, als nacheinander die beiden Bender-Zwillinge eingewechselt wurden. "Es gibt nur zwei gute Bender", *lach*. Eine Anspielung auf den unbeliebten Manni Bender, der in den 90ern kurz bei 1860 kickte, nachdem er zuvor in Karlsruhe und bei den verhassten Roten seine Schuhe schnürte, zugleich aber auch ein Wortspiel auf "Bänder". Bei Amateurspielen sorgt dieser Song regelmässig für lustige Fragen wie "Etwa Aussenband und Innenband ?" ;-)

Zum Spiel gibt es nicht allzuviel zu berichten. 1860 verlor in einer mässigen Partie mit 2-1. Die Tore für den OFC erzielten Dino Toppmöller (9') und Stephan Sieger ('51).Wenigstens schrien CK und das Bienchen am Ende noch im Alleingang den 2-1-Anschlusstreffer der neuen US-Geheimwaffe Josh Wolff ins Tor hinein :D
Sehr schön auch die "Grünwalder Stadion"-Gesänge nach dem Spiel. Verantwortlich dafür natürlich wieder mal das "übliche Gesindel": Sebastian, Lippstädter, Gegentri-Biene und euer Luxi. Bevor ein Leser den Bericht falsch versteht: der Nachmittag war schon ganz nett, wegen Drumherum und so, den Leuten, den Gesprächen, so Kaffeekränzchen machen ja auch immer wieder Spass, aber trotzdem hochnotpeinlich wie miserabel die einst so lebendige Fanszene bei der Ersten geworden ist. Quo vadis 1860 ? Wo soll das noch alles hinführen ? Die alten Zeiten sind wohl leider endgültig vorbei.

Nach Abpfiff verließ CK das Stadion und schloss sich dem Bienchen und ihren beiden Begleitern an. Die Polizisten wurden auch noch gefeiert. "Grün-weisser Partybus" wurde an jedem Polizeiwagen angestimmt, an dem die Fans vorbeiliefen. Mit der S-Bahn wollten die vier Löwen nun zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren. Unterwegs wurde entschieden früher auszusteigen um noch einen "kleinen Kulturbesuch" zu machen. So wurden noch der Frankfurter Römer besichtigt und die Paulskirche. Bienchen erwies sich als Historikerin und klärte den Luxemburger gleich mal über die geschichtsträchtige Vergangenheit dieser Kirche auf. Hier wurde am 27. März 1849 die so genannte Paulskirchenverfassung beschlossen. Es war die erste demokratisch beschlossene, jedoch nie in Kraft getretene Verfassung für ganz Deutschland. Sie wurde als Verfassung des Deutschen Reiches von der verfassungsgebenden Nationalversammlung beschlossen, die nach der Märzrevolution von 1848 in eben dieser Paulskirche zusammengetreten war. Am 28. März 1849 wurde sie durch die Aufnahme ins Reichsgesetzblatt amtlich verkündet. Sie scheiterte jedoch am Widerstand der deutschen Fürsten, insbesondere des Königs von Preußen. Die Verfassung sah vor, dass Deutschland eine konstitutionelle Erbmonarchie werden sollte. Die Dynastie bzw. der Regent dieser Erbmonarchie sollte jedoch durch eine demokratische Abstimmung gewählt werden. Zu diesem Zweck trug die Kaiserdeputation dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone an. Dieser berief sich jedoch auf sein Gottesgnadentum und lehnte ab. Die anschließende Verfassungskampagne und die revolutionären Aufstände in Südwestdeutschland, die die deutschen Fürsten doch noch zur Annahme der Verfassung zwingen sollten, wurden im Sommer 1849 militärisch niedergeschlagen. Damit war auch das Verfassungswerk des Paulskirchenparlaments endgültig gescheitert. Dennoch blieb die Paulskirchenverfassung prägend für die weitere konstitutionelle Entwicklung in Deutschland, speziell im Bereich der Grundrechte. Und die Farben schwarz-rot-gold haben sich ja mittlerweile seit der Weimarer Republik in Deutschland etabliert, 12 dunkle Jahre zwischen '33 und '45 mal ausgeblendet.

Über eine Brücke ging es schlussendlich nach Sachsenhausen. Dort speisten unsere vier Helden in einem Gasthaus zu Abend. CK genehmigte sich Frankfurter mit Sauerkraut. Bienchen und CK schmiedeten den Plan, bei Gelegenheit an den Bornheimer Hang zum FSV zu fahren. Angeblich ein wahrer Kultground, der die sehr alternative Fanszene des viel kleineren der beiden Frankfurter Vereine beherbergt ! Mal sehen, wann der Plan umgesetzt werden wird. Zu Trinken gab es guten Äppelwoi. Die Gruppe genehmigte sich gemeinsam einen Bembel. Als es endgültig Zeit war zum Bahnhof aufzubrechen schlug CK vor ein Taxi zu nehmen. Der Fahrpreis konnte ja durch vier geteilt werden. Also ging es nun im Taxi gemeinsam zum Bahnhof, wo sich die Wege der vier Fussballfans trennten.

Um 18:42 Uhr fuhr CK mit einem ICE nach Mainz. Dort angekommen, bestieg er einen IC nach Koblenz. In dessen Bordrestaurant speiste er gleich nochmal zu Abend. 20:10 Uhr kam er in Koblenz an. Es ging nun in Bummelzügen über Trier und Luxemburg-Stadt nach Belvaux-Soleuvre. Gegen 23:50 Uhr war unser Protagonist- eine Stunde später als ursprünglich geplant- endlich wieder zuhause und legte sich alsbald schlafen. So endete CK's erste Auswärtsfahrt nach einer über 10 Monate andauernden 1860freien Phase. Und obwohl es insgesamt doch ein sehr geiles Wochenende war, wegen dem ganzen Drumherum und so, so kann sich der Luxemburger doch nicht vorstellen, in Zukunft wieder mehr mit dem TSV zu fahren. Die geilen Zeiten von früher sind halt einfach vorbei ... Trotzdem Kaiserslautern und Koblenz sollten heuer durchaus noch drin sein. Vielleicht auch eine Fahrt mit den Amateursupportern der "gruppo cultura". In dem Sinne bis dahin ! Liebe Grüsse an alle Leser ! gez. euer CK.

12.-13.04.2008. DIE FAHRT NACH OFFENBACH

Am Samstag mittag gegen halb drei brachen Lou und CK mit dem Zug nach Offenbach auf. Mit dem IC ging es erst nach Koblenz, von dort weiter nach Frankfurt. Unterwegs wurde viel über Fussball sowie Politik gequatscht, ein erstes Bier wurde zudem ebenfalls auf dem Weg in die Mainmetropole vertilgt. Dabei kamen die beiden Luxemburger noch kurz ins Gespräch mit einem Bahnangestellten, der wissen wollte woher sie kämen, die Sprache klänge ja schon irgendwie noch dem Deutschen sehr ähnlich. Mit einem Nahverkehrszug ging es schlussendlich von Frankfurt nach Offenbach, Ankunft ca. halb sieben.

Eigentlich sollte Verdandi nun am Bahnsteig auf ihre Gäste warten, jene lag aber wohl noch in der Badewanne und hatte daher stattdessen ihren neuen Freund Helge zum Abholen der Zwergenstaatler geschickt. Auch gut. Als die drei in Verdandis Wohnung ankamen, kam diese gerade aus dem Badezimmer. Hatte sie CK´s Spaß-SMS etwa wortwörtlich genommen ? Jener hatte schliesslich um eine pornoreife Begrüssung gebeten ;-) Also schnell einander begrüsst, umarmt, Lou kurz vorgestellt und schon ging es in die gute Stube, wo alsbald das erste Bier gemütlich zusammen getrunken wurde. Ulli wusste in der Tat viel zu erzählen.

Gegen Abend begaben sich die vier dann am berühmten Streichholzkarlchen vorbei in ein sehr gutes Restaurant, wo erstmal in lockerer Atmosphäre zusammen gespeist und getrunken wurde. Im Anschluß ging es zu Volker ins Chamäleon, wo auch wieder der Huber anwesend war. Lou und CK stiegen nun auf Äppler um, eine der besten Erfindungen der guten Hessen, die in Sachen Bier nicht gerade das beste Händchen gehabt haben. Der weitere Abend erwies sich als sehr lustig. Erst traten Lou und CK gegen Helge und Uli im Tischfussball an. Luxemburg verlor zweimal kläglich. 4-7 und 3-8. Die Landesehre wurde jedoch beim Spickern gerettet. Erst gewann das Luxemburger Team eine Partie 501, danach CK im Alleingang eine Partie 301 :-)

Gegen ein Uhr ging es zu Verdandis Wohnung zurück, wo Lou und CK auf dem recht breiten Sofa problemlos nebeneinander übernachten konnten. Am folgenden Morgen gab es ein ganz besonderes, weil traditionell bairisches Frühstück. Weisswürscht mit süssem Senf, dazu Brezeln. Sehr, sehr lecker !!! Das ganze Essen war ratzfatz weggeputzt.

Nach dem Frühstück ging es per Bus zum Bieberer Berg. Dort besorgte Lou sich noch einen OFC-Schal. Auch Martin und Carlos waren heute anwesend und gemeinsam ging es ins Eck, wo die Luxemburger nicht nur ein Bier, sondern auch gleich noch einen Äppler vertilgten. Letzteres sehr zur Freude von Veiti, der sich immer noch über den Dusel der Roten in Getafe aufregte. Ein paar nette Anekdoten aus der OFC-Fanszene wurden nun zum Besten gegeben. So verging die Zeit wie im Fluge und irgendwann war es Zeit zum Spiel aufzubrechen (ein nervöser Carlos war bereits lange vorher mit Martin zum Gästebereich aufgebrochen.)

CK und Lou trennten sich von den OFC-Fans und begaben sich zum Gästeeingang. Doch jener befand sich nicht mehr dort wo er früher war. Stattdessen wurden sie durch den Wald zu einem anderen Eingang geschickt, vorbei an genug Polizeiwagen. Auch die Ordnerkontrollen waren heute sehr streng, Jackentaschen mussten kategorisch geleert werden und so stand der gemeine Fussballfan erstmal ewig in der Warteschlange am Eingang. Sehr schön ! Durch die zunehmend stärkeren Reprassalien, vor allem bei sogenannten Risikospielen (zu denen diese Partie hier wohl gerechnet wurde, wieso bloß?), Reprassalien, die einem das Gefühl geben, ein Verbrecher zu sein, macht das Fahren von Auswärtsspielen immer weniger Spaß. Sei´s drum. Für 9 Euro rein ins Stadion, schnell noch den Rucksack abgegeben und rein in den Block ! Es war bereits angepfiffen ...

Zum Spiel gibt es wohl nicht viel zu berichten. In einer durchschnittlichen Partie gewann der OFC wohl verdient mit 2-0 und machte somit einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt, beim TSV geht der freie Fall in der Rückrunde erstmal gnadenlos weiter. Die Stimmung war auch nicht sonderlich toll. Im Löwenblock ging kaum etwas. Auch die Offenbacher waren schonmal lauter, lieferten aber insgesamt doch ne recht gute Vorstellung ab. Der Berch ist jedenfalls immer wieder eine Reise wert, auch diesmal bereute CK es keineswegs hier aufgeschlagen zu sein.

In der Halbzeit trafen Lou und CK übrigens auf Sebastian aus Ludwigshafen, Roman Beer und einen völlig betrunkenen Oberlandler, der von der tollen, mit Schlagermusik begleiteten Hinfahrt im Zug erzählte sowie von der Polizeieskorte zum Stadion, bei der das Anti-Bayern-Lied der Hosen erschallte. Die Frau neben dem Oberlandler (munichmadl ?) war aber noch lustiger, warf jene doch Wurstreste in ihr Bier und wollte selbiges danach Anderen andrehen. CK lehnte dankend ab ;-) Auch Chief ("der Argentinier") war heute anwesend, jener wurde an diesem Tag als "Der Mann mit dem rosa Handy" bekannt :D

Das Wetter war an diesem Tag sehr launisch. Erst schien die Sonne und es wurde richtig warm, danach zogen sich die Wolken wieder mehr zusammen und es wurde wieder kühler, so ging es hin und her bis gegen Ende des Spiels plötzlich der Himmel aufbrach und es richtig aus Kübeln goß. CK und Lou verschwanden daher recht schnell nach Abpfiff aus dem Stadion. Zu ihrer freudigen Überraschung liessen die Polizisten sie den eigentlich abgesperrten Weg verlassen, nachdem sie ihnen erzählt hatten, dass sie zu Freunden aus Offenbach wollten, bei denen sie übernachtet hatten. Sehr schön !

Mit Uli und Helge ging es nun im Bus wieder zurück in die Stadt bzw. ins Chamäleon. Dort tauchte auch Knackrippen-Olaf (*G*) auf, den Verdandi später nach Hause fuhr. Lou und CK tranken wieder fleissig Äppler, aßen Currywurst und sahen sich die erste Halbzeit in der Bundesliga zwischen Leverkusen und Stuttgart an, bei der Lou zwei Tore bejubeln konnte. Noch hier und da ein wenig gelabert und dann war auch schon Zeit aufzubrechen. Erst hauten Verdandi und Olaf ab, danach verabschiedeten sich Lou und CK auch von Helge und traten die Heimreise nach Luxemburg an, welche sich leider als recht chaotisch erweisen sollte ...

Erst ging es mit einem Bummelzug problemlos nach Frankfurt, doch dann der erste Schock ! Der ICE nach Mainz hatte 18 Minuten Verspätung. Toll ! Damit war der Anschlußzug in Mainz weg. Darauf gab es erstmal ein Frustbier im ICE. In Mainz mussten die beiden Luxemburger dann erstmal ne Stunde auf den nächsten Zug nach Koblenz warten, der zu allem Überdruß auch noch zwanzig Minuten Verspätung hatte. Lou rief schonmal seinen Vater an und bat ihn, unsere beiden Protagonisten in Trier abzuholen.

Im Bordrestaurant des ICE wurden nun erstmal die altbekannten Nürnberger Rostbratwürstchen mit Kartoffelsalat verputzt, dazu gab es schmackhaftes Bier (Äppler gibt es bei der DB leider noch nicht :D) Der ICE zur Weiterfahrt nach Trier sollte angeblich in Koblenz warten. Immerhin etwas, was an diesem Abend klappte ! CK hatte sich in Mainz bereits eine Dose Elephant Beer besorgt, jene sollte nun den Abend gemütlich im ICE ausklingen lassen. Dazu gab es lustige Fussballgesänge. Doch das nächste Unglück ließ nicht lange auf sich warten. In Wittlich blieb der ICE auf unbestimmte Zeit wegen eines Personenunfalls stehen. Die Polizei war wohl gerade am Ermitteln ob eines vermeintlichen Selbstmordes. Wieso sprang ein Selbstmörder auch ausgerechnet jetzt auf die Gleise ? Irgendwie war die ganze Geschichte mit der vertrackten Rückfahrt so absurd, dass sowohl Lou als auch CK nur noch lachen konnten. Nein, nein, das war nicht mehr ernstzunehmen.

Für die Leute, die nach Luxemburg wollten, wurde nun ein Ersatzbus bereit bestellt. Lou rief vor Freude darüber gleich mal seinen Vater an und meinte, jener solle nun doch nicht mehr in Trier warten, da sie gleich per Bus in die Hauptstadt gebracht werden würden. In dem Bus waren auch ein paar Schüler und die ehemalige Französischlehrerin von Lou, die sehr überrascht aufgrund des Aufeinandertreffens war. Jene kamen wohl von einer Reise nach Berlin zurück. Mit besagtem Bus sollte es nun also nach Luxemburg gehen. Nach Luxemburg ? Weit gefehlt ! Der Bus fuhr bis Trier, wo der letzte Zug nach Luxemburg kurz vor zwölfe abfuhr. Doof gelaufen :-(

In Trier angekommen, wurde noch schnell Flaschenbier in einem Dönerladen besorgt und so ging es feucht-fröhlich per Regionalzug in die Heimat zurück. Lous Vater war derweil wieder auf dem Weg zum Bahnhof nach Luxemburg, wo er nun noch länger ausharren musste um auf die beiden Fussballfans zu warten. Schlußendlich kamen unsere beiden Protagonisten endlich wieder am Ausgangspunkt ihrer Reise an. Lous Vater fuhr CK nun netterweise zurück nach Hause. So endete eine ereignisreiche Auswärtsfahrt, die gegen Ende so chaotisch war wie schon lange keine Fahrt mehr. Aber so gab es halt auch einiges zu berichten, nicht wahr ?! *G* Jo, auch gut, bassd scho.

01.-02.09.2018. DIE FAHRT NACH OFFENBACH

Nach halb elf fuhren CK und sein Kumpel Toto am Samstag nach Bingen. Unterwegs wurde ein Kaffee in einer Bäckerei in Morbach getrunken. In Bingen angekommen, ging es zum Rheinufer, von wo aus die Burg Ehrenfels, der Mäuseturm und das Niederwalddenkmal über den Weinbergen zu sehen waren. Eine recht schöne Gegend! Eine Kirmes fand auch gerade statt, über die unsere beiden Helden schlenderten ebenso wie kurz durch die Fußgängerzone.

Irgendwann war es Zeit zum Stadion aufzubrechen. Als Toto und CK gerade auf dem Parkplatz aus dem Wagen ausgestiegen waren, hörten sie bereits einen lauten Torjubel. Tus Mechtersheim ging kurz nach Anpfiff mit 0-1 in Führung. Das Stadion am Hessenhaus, die Heimat von Hassia Bingen, ist ein sehr schöner Ground. Eine sympathische, kleine, bestuhlte, alte Haupttribüne, hauptsächlich von Rentnern besetzt, thronte über einer Stadionwirtschaft mit Terrasse. Hier saßen doch tatsächlich einige Menschen auf Gartenstühlen an Gartentischen, tranken ihr Bier und verfolgten das Geschehen auf dem Rasen. Auch der kleine VIP-Bereich mit Terrasse im ersten Stock über dem Spielertrakt lud eigentlich zum gemütlichen Verweilen ein, durfte jedoch nur mit VIP-Karte betreten werden. Auf der gegenüberliegenden Seite waren einige Betonstufen mit vereinzelten Wellenbrechern. Hier standen einige Fans. Hinter den Toren befanden sich keine Tribünen. Toto und CK gingen einmal ganz um das Spielfeld herum.

An einer kleinen Imbissbude beim Eingang gab es sehr leckere hausgemachte(!) Frikadellen im Brötchen mit Zwiebeln, die an dieser Stelle auch auf jeden Fall weiterempfohlen werden. In der Stadionwirtschaft wurde sich mit Spezi, Bier und Radler gestärkt. Die zweite Hälfte des Spiels verfolgten unsere Protagonisten von einem Platz an einem Gartentisch in der Sonne aus. Sie hatten allerdings eine etwas eingeschränkte Sicht, da u.a. zwei FCKfans vor ihnen standen. Gemütlich, gemütlicher, ein Hopperbesuch bei Hassia Bingen :-) Das Spiel endete 0-3. Ein souveräner Auswärtssieg des Tabellenzweiten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. In der gleichen Liga spielt übrigens Eintracht Trier, die aber leider bereits sechs Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz haben. Toto freute sich über den 1-2-Sieg der Bremer bei den "Hühnern" (so nennen die OFC-Fans die Frankfurter Eintracht.)

Nach Abpfiff fuhren Toto und CK weiter nach Offenbach wo sie in Totos Stammhotel, dem Hotel Mainbogen, eincheckten. Beide hatten jeweils ein rustikales Einzelzimmer mit einem Einzelbett, einem kleinen Fernseher, einem großen Schrank, einem Schreibtisch mit Telefon, Wifi-Anschluss, Badezimmer mit Dusche und WC sowie eine kleine Terrasse. Preis (ohne Frühstück) jeweils nur 40 Euro für eine Übernachtung!

Später liefen die beiden Fans an der Mainpromenade entlang ins Offenbacher Stadtzentrum, wo sie das Streichholzkarlchen am Wochenmarkt "begrüßten". Toto zeigte CK das alte Rathaus, in dem früher sein Onkel gearbeitet hatte. Ein netter Mann, der dem kleinen Toto wohl öfters ein Eis spendierte. Natürlich sah CK auch das "Krieh die Kränk, Offebach", eine Skulpturengruppe aus Bronze des Bildhauers Bonifatius Stirnberg aus dem Jahr 1998 am Offenbacher Stadthof. Auf einer leicht gewölbten runden Bronzeplatte, montiert auf einem Steinsockel, waren mehrere Bronzefiguren angeordnet. Ein hagerer, älterer Mann mit verschrecktem Gesicht, gekleidet im Stil des 19. Jahrhunderts mit Frack und Kniehosen, griff in gebückter Haltung mit der rechten Hand nach einem Stein. Den linken Arm hatte er gerade vor sich gestreckt. Vor dem Mann war wie zu Boden fallend ein Zylinder drehbar montiert. Verteilt über die Bodenplatte erhoben sich Steine, die mit verknoteten Seilen festgemacht waren. Um den Mann gruppierten sich vier Hundefiguren, eine Bulldogge, ein Schnauzer, ein Dackel und ein Mischlingshund. Die Hundefiguren waren drehbar gelagert, Kopf, Beine, Ohren und Schwänze konnten in verschiedene Richtungen verstellt werden. Auf der Vorderseite der Bodenplatte war in erhabener Schrift die der Gruppe zugrunde liegende Anekdote wiedergegeben. Vor vielen Jahren besuchte ein Frankfurter Bürger im Winter Offenbach. Dort wurde er von freilaufenden Hunden angegriffen. Als er sich nach einem Stein bückte, um diesen nach den Tieren zu werfen, war dieser festgefroren. Daraufhin rief er im Frankfurter Dialekt aus: „Krieh die Kränk, Offebach! Die Staa binne se aa, die Hunde lasse se laafe.“ An diesem Abend spielten kleine Kinder an den Figuren herum. Zu Abend aßen der Münchner Löwe und sein Kickersfreund bei einem Griechen. Dort gab es einen leckeren Gyrosteller mit Tsatsiki und Pommes. Offenbach ist eine sehr multikulturelle Stadt, in der viele Menschen mit Migrationshintergrund, auch viele Muslime, leben.

Im Anschluss ging es mit einem Bus zurück zum Hotel. Dort wurde es noch recht spät. Bei einer Spezi spielten Toto und CK Schach und diskutierten über mehr oder weniger bekannte Filme und Fernsehserien. Erst gegen ein Uhr gingen beide auf ihr Zimmer und legten sich zu Ruh.

Am Sonntag checkten die beiden Fußballfans aus dem Hotel aus und begaben sich in eine Bäckerei, in der eine türkische Bedienung ihnen Kaffee servierte. CK genehmigte sich zudem ein Croissant. Später ging es im Auto zum Bieberer Berg, geparkt wurde gleich beim Café am Eck. Zu Fuß ging es zum von Fans ehrenamtlich betriebenen Kickers-Fanmuseum. Hier befanden sich ein Modell des alten Offenbacher Stadions, eine Nachbildung des von den Kickers 1970 gewonnenen DFB-Pokals, alte Trikots, Fankutten, Wimpel, Teller, alte Fotos und Plakate u.v.m. Auf den Kutten befanden sich überraschenderweise viele Sticker anderer Vereine, darunter relativ oft auch welche von 1860 und Kaiserslautern. Eine richtige Fanfreundschaft haben die Kickers aber nur mit Bayer Leverkusen, daher hing auch ein gemeinsames Trikot (eine Hälfte Leverkusen, die andere Hälfte Offenbach) an einer Wand. CK gefiel im Museum vor allem ein Löwenwimpel mit allen Resultaten der Aufstiegsrunde 1993, in der sich Werner Lorants Sechziger gegen Ulm, Norderstedt und Offenbach durchgesetzt hatten. Vermutlich ein Geschenk des TSV 1860 an seine Konkurrenten in dieser Runde. Toto trank Kaffee, CK ein erstes Bier. Beide spendeten Geld fürs Museum und kauften einen "Erwin", ein bekanntes Offenbacher Fanzine, vermutlich nach dem früheren Nationalspieler Erwin Kostedde benannt. Besagtes Fanzine ist übrigens wirklich recht lesenswert nach Meinung des Autors dieses Berichtes. Für 50 Cent pro Tipp konnte an einer Tafel getippt werden in welcher Minute der OFC sein erstes Tor an diesem Tag schießen wird. CK setzte auf die 36te Minute und lag damit völlig falsch, aber der Reihe nach... ;-)

Im Café am Eck gab es Äppelwoi und zumindest für CK die erste Mahlzeit des Tages: ein Hackbraten mit Zwiebeln im Brötchen für 7 Euro. Hier befanden sich auch etliche Bekannte von Toto, darunter auch Daniela und Andi, die CK bereits letzte Saison in Völklingen kennengelernt hatte. Er sollte noch einige weitere OFC-Fans an diesem Tag kennenlernen, sowohl beim "Bänkchen" (ein Treffpunkt gleich hinter der Haupttribüne am Wald) als auch im Innenraum des neuen Sparda-Bank-Hessen-Stadions, wie der Neubau auf dem "Berch" nun heißt. Das neue Stadion hat nicht den gleichen Charme wie das Alte, ist jedoch ganz okay. Immerhin ist die ganze Gegengerade eine echte "Stehhalle" und der minimalistische Baustil ist einer pompösen Gestaltung à la "Arena auf Schalke" allemal vorzuziehen. Toto und CK standen auf der Waldemar-Klein-Tribüne ganz links. Auf der rechten Seite befand sich die "aktive Fanszene" des OFC.

Die Offenbacher Kickers legten los wie die Feuerwehr und gingen vor ca. 6 700 Zuschauern bereits in Minute '9 durch Firat mit 1-0 in Führung. Es sollten weitere Tore folgen. Noch vor der Pause hieß es gar 4-0. Das Spiel war entschieden und die Kickersfans sangen. Die recht gute Stimmung im eigentlichen Fanblock schwappte auch phasenweise auf den Rest des Stadions über. Bis auf die paar hundert konsternierten Frankfurtfans machten alle mit. In der Halbzeitpause sah CK ein ihm bekanntes Gesicht: ein ihm vom Sehen bekannter 1860fan aus Hanau. Mit ihm wurden noch ein paar Worte gewechselt. Er kennt Andreas H. und nutzt ab und zu eine Dauerkarte von ihm. Punkto Grünwalder Stadion ist er eher skeptisch wegen der fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten. Als hätte man in der AllianzArena mit den tollen Business-Seats soviel Gewinn gemacht, nun ja...

In der zweiten Hälfte schoss der OFC gleich nochmal drei Tore und es hieß am Ende tatsächlich 7-0! Ein grausames Debakel für die Gäste, ein wahres Freudenfest für jeden Offenbacher. Die Torschützen der Genauigkeit halber: dreimal Firat, zweimal Hirst, je einmal Sawada und Vetter. Hirst, ein englischer Neuzugang, ist bereits sehr beliebt bei den OFC-Fans. Sein Name wird zwar anders geschrieben, wird aber genauso ausgesprochen wie der Name des Schützen des legendären Wembley-Tores. Avenir Beggen führte zur Pause gegen Schuller mit 2-0, was unsere beiden Helden ebenfalls freute. "Die gewinnen ja vielleicht auch noch 7-0" scherzte Toto im Spaß. Am Ende gewannen die "Wichtelcher" in der Tat mit 7-0. Verrückte Zufälle gibt's.

Nach dem Spiel ging es im Auto heim nach Luxemburg. Unterwegs wurde noch einmal eine Pause an der Raststätte "Hochwald" eingelegt. Eine Raststätte, an der CK früher oft mit seiner Familie auf der Heimfahrt aus dem Sommerurlaub in Tirol zu Abend speiste. Auch diesmal gab es eine Currywurst wie seinerzeit öfters. Gegen zehn Uhr waren unsere Helden wieder in ihrer Heimat und so endete ein nettes Wochenende im Zeichen des runden Leders. Bis zum nächsten Mal! gez. euer CK.

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