20.03.2022. DIE FAHRT NACH MANNHEIM

Gegen acht Uhr ging es für CK in einem Zug der CFL nach Bettembourg, von dort aus wegen Gleisarbeiten mit einem Ersatzbus nach Luxemburg-Stadt. Geld am Automaten abgehoben, Sandwich und eine Apfelschorle eingekauft und ab in den Bus nach Saarbrücken. Von dort aus ging es nach dem Verspeisen des Sandwiches mit einem TGV weiter nach Mannheim. 12:17 Uhr wurde die Quadratestadt erreicht. Unterwegs erfuhr CK über einen FB-Post eines gemeinsamen Freundes vom Tod seines Freundes Toff. In letzter Zeit hatte er Toff leider nicht mehr gesehen, auch weil dieser wegen den xG-Regeln fast nirgendwo mehr hingehen konnte. Er hätte sich jedoch gefreut ihn bald mal wieder zu sehen, auch um kontrovers über die jüngsten Entwicklungen in der großen Weltpolitik zu debattieren. Daraus wurde nun leider nichts mehr. Ein echter Schock! Was genau passiert ist, ist zudem auch beim Schreiben dieses Berichtes immer noch unklar. Ein Schlag in die Magengrube für CK, der erstmal mit einem Grimbergen im Bordbistro des TGV verdaut wurde.

In Mannheim trank CK seine Apfelschorle und wartete auf Michi aus Mainz, der mit der S-Bahn anreiste. 13:14 Uhr fuhr diese pünktlich in den Bahnhof ein. Michi musste erstmal dringend pinkeln. Im Anschluss ging es mit einer schönen alten Straßenbahn durch die Mannheimer Innenstadt zum Carl-Benz-Stadion. In dieser wechselte Michi ein paar Worte mit einem sympathischen älteren Waldhöfer. Gottseidank traf man am ganzen Tag keine aggressiven Barackler. CK war aus Vorsicht inkognito angereist (hatte aber einen Löwenschal im Rucksack dabei), Michi trug Trikot und Schal des TSV.

Am Stadion angekommen, liefen CK und Michi erstmal in die falsche Richtung und einmal fast um das ganze Areal herum, bevor sie endlich am Eingang zum Auswärtsblock ankamen. Erstmal 3G-Kontrolle, danach Leibesvisitation, sehr lasche Rucksack- und Ticketkontrolle. Michi holte am Bierstand gleich mal die ersten zwei Bier. Danach wurde Block V betreten. Eigentlich hatten unsere beiden Helden Stehplatzkarten in Block W. Dieser war ihnen jedoch viel zu voll und sie spekulierten zurecht darauf, dass die Karten beim Eingang zu Block V nicht kontrolliert werden würden. Stehplatz bezahlt, Sitzplatz bekommen. Bassd scho ;-) Egal was man vom Waldhof hält, das Carl Benz ist definitiv eines der geilsten Stadien der Bundesrepublik. Wer dem Autor dieses Berichtes nicht glaubt, soll halt einfach selber mal dahin reisen oder sich zumindest Fotos des Grounds im Internet anschauen. Schade, dass der SVW ernsthaft darüber nachdenkt, diesen Ground zugunsten eines möglichen Neubaus zu verlassen.

In Block V traf CK auf den Velberter sowie Mathias und Harald H. aus Ludwigshafen. Der heute mit dem Fahrrad angereiste Sebastian befand sich jedoch im Stehplatzblock und sollte leider an diesem Tag nicht gesehen werden. Mathias und Harald trugen durchgehend ihre FFP2-Masken. Die meisten Menschen trugen jedoch überhaupt keine Maske mehr, sondern tranken stattdessen Bier. Die Stimmung im Löwenblock war mit der Rückkehr der organisierten Fanszene über 90 Minuten richtig geil. Durchgängig richtig lautstarker Support, viel Pyro (was manche geil fanden, andere jedoch später kritisierten wegen der Geldstrafe für den Verein und den gesundheitlichen Gefahren) und eine schöne Choreo vor Spielbeginn mit reichlich weiß-blauem Konfetti und Luftballons. CK spendete später noch 5 Euro für dieselbe.

Zum Spiel: es war ein intensives Spitzenspiel mit vielen Zweikämpfen, aber wenig Strafraumszenen und wenigen Torchancen. Eigentlich geht so ein Spiel sehr oft 0-0 aus. Leider gab es bereits nach 120 Sekunden einen Handelfmeter gegen 1860. Ausgerechnet dem jungen 17jährigen Morgalla sprang bei seinem Startelfdebüt für den coronapositiven Belkahia der Ball unglücklich an den Arm. Allerdings muss man auch sagen, dass der Junge ansonsten ein tolles Spiel ablieferte, was angesichts dieses unglücklichen Auftaktes umso bemerkenswerter sein sollte. Hiller parierte den mittig platzierten Strafstoß von Martinovic zwar sensationell mit einer Fußabwehr, doch Costly gelang in der Folge per Nachschuss das 1-0. Mitte der zweiten Hälfte gab es dann, mitten in eine Drangphase der Löwen hinein, nach einer Ecke Mannheims einen zweiten Handelfmeter. Diesen empfand jedoch nicht nur Michael Köllner als überhart. Der vermeintliche Übeltäter Kevin Goden zog den Arm sogar eindeutig weg. Also wenn DER Elfmeter regelkonform war, dann sollte man vielleicht die Regel erneut überarbeiten! Boyamba vollstreckte eiskalt. Am Ende erhöhte der eingewechselte Edeljoker Pascal Sohm nach einer feinen Einzelleistung noch auf 3-0. Die gesamte Löwenabwehr düpiert, aber die Messe war zu dem Zeitpunkt eh gelesen. Ein bitteres Resultat, definitiv zu hoch ausgefallen und nicht wirklich dem beidseitig eher chancenlosen Spielverlauf entsprechend, wie auch Axel anmerken sollte (dem CK später bei den Pissoirs begegnete). Bei 1860 fehlten halt auch neben den Langzeitverletzten Willsch und Wein der gelbgesperrte Kapitän Lex sowie drei coronapositive und sonstwie kranke oder verletzte Spieler (Dressel, Moll, Belkahia, Lang, Staude, Linsbichler). Auf der Bank saßen quasi nur Spieler der U21. Eingewechselt wurden folgerichtig Knöferl, Mannhardt und Cocic!

Nach Verlassen des Stadions ging es zu Fuß am Rhein-Neckarstadion (der Heimstätte des Lokalrivalen VfR Mannheim) vorbei zu den extra für die Auswärtsfans bereitgestellten Sonderbussen. Jene fuhren einen kleinen Umweg über die Autobahn um von der anderen Stadtseite her zum Mannheimer Hauptbahnhof zu gelangen. Unterwegs kamen unsere beiden Protagonisten kurz mit einer Löwin aus der Gegend von Sinsheim ins Gespräch. Jene meinte, dass Aubstadt nicht weit weg von ihrem Wohnort sei und sie daher nächsten Samstag zum Pokalhalbfinale reisen würde. Wie zu allen Spielen in ihrer Gegend. Die gute Dame war- wie CK- hybridimmun. Also geimpft plus genesen. Wie die meisten Menschen wünschte die Frau sich das Wegfallen der Maskenpflicht. CK stimmte ihr eigentlich zu, allerdings mit Ausnahmen wie dem ÖPNV und gewissen Einrichtungen mit Risikogruppen. So ist es ja nun in Luxemburg.

Am Bahnhof speisten die beiden Löwen noch bei Nordsee. CK genehmigte sich ein Schollenbrötchen und eine doppelte Matjesbaguette. Zudem ging es auf ein letztes gemeinsames Bier ins Irish Pub. Ein Guinness geht immer bei CK ;-) Die Waldhöfer reagierten gar nicht auf Michis Trikot, sondern wollten nur in Ruhe Formel 1 kucken. Gegen sechs Uhr fuhren beide Löwen in ihre jeweilige Heimat zurück. Michi nach Mainz, CK per S-Bahn, Regionalbahn sowie Bussen und Bahn der CFL heim auf den Belval. So endete eine bittere Auswärtsfahrt, nach der jedoch festgehalten werden muss: a) Es gibt viel wichtigere Dinge im Leben als Fußball. Was ist schon ein verlorenes Spiel, wenn anderswo in Europa Menschen in einem Krieg sterben müssen oder, alle Habseligkeiten verlierend, in ein anderes Land flüchten müssen? und b) Das Wichtigste im Leben sind Freunde und Familie! Profitiert von eurer gemeinsamen Zeit, liebe Leser! Und außerdem, nur am Rande: noch kommen 7 Spiele, Platz drei ist theoretisch immer noch drin! In dem Sinne: bis zum nächsten Mal!, gez. euer CK.

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